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Asthma bronchiale

Februar 2019

Was ist Asthma bronchiale

Asthma bronchiale (Bronchialasthma) ist der Oberbegriff für unterschiedliche chronische entzündliche Erkrankungen der Atemwege.

In Deutschland sind ungefähr 6 Millionen Menschen betroffen. Menschen mit Asthma reagieren auf bestimmte äußere Reize mit einer Verengung der Bronchien. Das führt zu pfeifenden Geräuschen beim Atmen, trockenem Husten sowie Anfällen von Atemnot. Die Asthma-Symptome variieren in ihrer Ausprägung und Häufigkeit.

Unterschiedliche Arten Asthma bronchiale

Asthma bronchiale wird nach den jeweiligen Auslösern in allergisches und nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma eingeteilt.

Die Symptome werden beim allergischen Asthma durch eine allergische Reaktion ausgelöst, das heißt, der Organismus des Betroffen reagiert stärker als erforderlich auf einen oft harmlosen Stoff. Das allergische Asthma beginnt oft bereits in der frühen Kindheit und wird oft auch mit einer erblichen Vorbelastung erklärt.

Das intrinsische Asthma beginnt häufig erst im Alter von dreißig bis vierzig Jahren und wird durch sehr unterschiedliche Faktoren bedingt. Zu den Auslösern können Infektionen der Atemwege, eine genetisch bedingte Unverträglichkeit bei bestimmten Medikamenten oder chemische oder giftige Stoffe aus der Umwelt gehören (Smog, Ozon, Staub etc.).

Als Sonderformen von Asthma bronchiale ist auch Asthma bei stark übergewichtigen Frauen bekannt. Auch das Asthma der Raucher weist besondere Eigenschaften auf.

Ursachen

Bei allen Typen von Asthma liegt ein besonders empfindliches Bronchialsystem vor, welches auf unspezifische äußere Reize reagiert.

Die Symptome können beispielsweise durch Allergene, Atemwegsinfekte oder kalte Luft ausgelöst werden.

Risikofaktoren

Es gibt einige Risikofaktoren, die die Entwicklung von Asthma bronchiale begünstigen können.

Ein erhöhtes Risiko für Bronchialasthma haben Menschen, die an Allergien leiden, zum Beispiel Heuschnupfen, Neurodermitis oder Milchschorf. Auch Raucher und Passivraucher sind anfälliger für Asthma. Häufige Atemwegsinfekte können ebenfalls zur Entwicklung einer Asthmaerkrankung führen.

Zu den Risikofaktoren gehört ein zu geringes Gewicht bei der Geburt sowie Übergewicht im Kindesalter.

Symptome

Das wichtigste Symptom von Asthma bronchiale ist die Atemnot, die durch die Verengung der Bronchien verursacht wird. Wenn die entzündeten Bronchien mit dem auslösenden Faktor in Berührung kommen, schwillt die Schleimhaut der Bronchien an, die Produktion von Schleim wird angekurbelt und die Bronchialmuskulatur verkrampft sich. Dadurch wird die Atmung wesentlich erschwert.

Zu den möglichen Symptomen gehören auch pfeifende Geräusche beim Atmen sowie ein trockener Husten.

Bei einem ganz schweren Asthmaanfall kann es auch zu Herzrasen (Tachykardie) und einer bläulichen Färbung der Lippen und der Nägel kommen. In einem solchen Notfall sollte sofort der Notarzt verständigt werden.

Die Asthma-Symptome sind bei verschiedenen Personen unterschiedlich ausgeprägt. Die Beschwerden können im Laufe der Zeit von selbst oder unter Einfluss von Medikation abnehmen oder sogar völlig verschwinden. Sie können auch nach einem beschwerdefreien Zeitraum unerwartet zurückkehren.

Diagnose

Mit Ihrem Arzt besprechen Sie zunächst die Vorerkrankungen sowie eventuelle Allergien und erbliche Belastungen. Die genaue Diagnose wird nach einer Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) gestellt. Die Lungenfunktion wird dabei anhand der ein- und ausgeatmeten Luftmenge untersucht. Der Arzt hört auch die Lungen ab, um die symptomatischen Atemgeräusche festzustellen.

Wenn die Spirometrie zu keinem eindeutigen Ergebnis führt, kann auch ein Provokationstest durchgeführt werden. Um ein überempfindliches Bronchialsystem nachzuweisen, atmet der Patient eine Testsubstanz ein. Sprechen die Bronchien auf diesen Reiz mit einer Verengung an, liegt eine Überempfindlichkeit vor.

Ein weiteres Untersuchungsverfahren ist der Bronchospasmoyse-Test. Hierbei führt man zunächst eine Lungenfunktionsprüfung durch. Wenn die Bronchien zu diesem Zeitpunkt verengt sind, inhaliert der Patient ein Medikament zur Erweiterung der Bronchien. Wenn der gemessene Wert eine Verbesserung aufweist, bestätigt sich die Diagnose.

Bei vermutetem Zusammenhang mit einer Allergie wird ein Allergietest durchgeführt (Bluttest mit anschließendem Hauttest).

Es können auch weitere Untersuchungen durchgeführt werden, um andere Erkrankungen der Lunge auszuschließen.

Behandlung – Asthma heilen?

Da es sich beim Asthma bronchiale um eine chronische Erkrankung handelt, hat die Therapie vor allem das Ziel, die Symptome unter Kontrolle zu bekommen, damit die Lebensqualität der Betroffenen erhalten bleibt. Bei gut abgestimmter Therapie bleiben die Patienten voll leistungsfähig.

Die Behandlung von Bronchialasthma kann setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen.

Mit Medikamenten werden die Beschwerden kontrolliert und gelindert. Die zur Behandlung von Asthma eingesetzten Medikamente können in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die oft als „Controller“ bezeichneten Langzeitmedikamente, die vorbeugend wirken. Zu den effektiven Langzeitmitteln gehören die Glukokortikoide. Sie hemmen die Entzündungsbereitschaft der Bronchien und werden bevorzugt in inhalativer Form verabreicht, damit die Dosis die Atemwege direkt erreicht.

Bei einem akuten Asthmaanfall stehen lindernde Medikamente zur Verfügung. Sie werden auch „Reliever“ genannt. Ihr Ziel besteht darin, die Bronchien möglichst schnell zu weiten und somit die Luftzufuhr wieder zu ermöglichen.

Die Betroffenen sollten die Faktoren, die die Asthmaanfälle auslösen, möglichst meiden. Bei allergischem Asthma kann auch eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden, wenn die auslösenden Allergene bekannt sind und nicht zu zahlreich sind.

Ergänzende Maßnahmen wie Atemübungen und Atemtechnik erlernen, Sport, Klimawechsel, psychologische Unterstützung.

Patientenschulung: der Betroffene und seine Familie können lernen, sich bei einem Asthmaanfall richtig zu verhalten.

Der Krankheitsverlauf sollte ständig von einem Arzt und vom Betroffenen selbst kontrolliert werden.

Richtiges Verhalten bei einem Asthmaanfall

Im Laufe der Zeit weiß jeder Asthma-Betroffene immer besser, was bei einem Asthmaanfall zu tun ist. Dennoch ist das beklemmende Gefühl von Atemnot beklemmend und führt oft zu Angst vor dem Ersticken. Die Reaktionsfähigkeit kann dadurch beeinträchtigt werden.

Ein wichtiger Punkt ist also, Ruhe zu bewahren.

Die Notfallmedikamente inhalieren (Die Anzahl der verabreichten Hübe notieren, sie könnte für den Notarzt wichtig sein)

  • Bewahren Sie Ruhe.
  • Inhalieren Sie unverzüglich die Notfallmedikamente (Achtung: Anzahl der insgesamt verabreichten Hübe notieren oder merken, da sie für den Notarzt relevant sein kann!)
  • Optimal ist es, wenn Sie die Atmung mit erlernten Atemübungen und Körperhaltungen unterstützen können. Diese Übungen werden in einer Patientenschulung vermittelt.
  • Ist nach zehn Minuten noch keine Besserung eingetreten? Dann sollten Sie noch einmal das Notfallmedikament inhalieren. Eventuelle vom Arzt für Notfälle vorgeschriebene Kortikosteroidtablette einnehmen.

Wenn nach 15 Minuten keine Besserung eintritt oder wenn der Betroffene kaum ansprechbar ist, blau anläuft, einen Puls über 110 Schläge pro Minute aufweist, sollte der Notarzt gerufen werden.

Prävention

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme besteht in der Vermeidung von Faktoren, die einen Anfall auslösen können. Dafür müssen die Allergene bzw. Reizstoffe bekannt sein.

Vorbeugend sollte man auch weder während der Schwangerschaft noch im Beisein der Kinder rauchen.


Quellenangaben:

Helmholtz Zentrum München (2018). How is asthma treated? Retrieved from www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/asthma/therapien/index.html

German Society for Pulmonology and Respiratory Medicine. What is asthma? Retrieved from www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bronchiale/was-ist-asthma/

Kardos, P. (2015). Asthma. Retrieved from www.apotheken-umschau.de/Asthma#Was-ist-Asthma-bronchiale

Schmoller, T., Riedel, F. & Rabe, K. F. (2014). What is asthma? Retrieved from www.asthma-schule.de/index.php?id=413

Schmoller, T., Riedel, F. & Rabe, K. F. (2014). The therapy. Retrieved from www.asthma-schule.de/index.php?id=412