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Asthma Behandlung: Medikamente, Übungen und Verneblungstherapie

Februar 2019

Was ist Asthma

Es ist umstritten, ob Asthma heilbar ist. Man kann jedoch auch mit Asthma leistungsfähig bleiben. Eine gut eingestellte medikamentöse Behandlung und entsprechende Lebensführung helfen, die Symptome gut in den Griff zu bekommen.

Asthma bronchiale (Bronchialasthma) ist der Oberbegriff für unterschiedliche chronische entzündliche Erkrankungen der Atemwege. Menschen mit Asthma reagieren auf bestimmte äußere Reize mit einer Verengung der Bronchien. Das führt zu pfeifenden Geräuschen beim Atmen, trockenem Husten sowie Anfällen von Atemnot. Die Asthma-Symptome variieren in ihrer Ausprägung und Häufigkeit.

Asthma bronchiale wird nach den jeweiligen Auslösern in allergisches und nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma eingeteilt.

Was passiert bei einem Asthmaanfall

Bei einem akuten Asthmaanfall kommt es zu plötzlicher Atemnot, der Hals zieht sich zu, man bekommt kaum Luft. Die Asthma-Betroffenen kennen das Gefühl zwar, können dennoch Angst vor dem Ersticken bekommen. Ein wichtiger Punkt ist also, Ruhe zu bewahren.

Der Betroffene sollte sofort sein Notfallmedikament inhalieren. Optimal ist es, die Atmung dabei mit erlernten Körperhaltungen und Atemübungen zu unterstützen.

Wenn nach diesen Maßnahmen keine Besserung eingetreten ist, sollte der Notarzt gerufen werden.

Medikamente

Die zur Behandlung von Asthma eingesetzten Medikamente können in zwei Gruppen eingeteilt werden.

Die oft als „Controller“ bezeichneten Langzeitmedikamente, die vorbeugend wirken. Zu den effektiven Langzeitmitteln gehören die Glukokortikoide. Sie hemmen die Entzündungsbereitschaft der Bronchien und werden bevorzugt in inhalativer Form verabreicht, damit die Dosis die Atemwege direkt erreicht.

Bei einem akuten Asthmaanfall stehen lindernde Medikamente zur Verfügung. Sie werden auch „Reliever“ genannt. Ihr Ziel besteht darin, die Bronchien möglichst schnell zu weiten und somit die Luftzufuhr wieder zu ermöglichen.

Es gibt unterschiedliche Arten von Asthma-Medikamenten. Die Wirkstoffe werden in verschiedene Gruppen eingeteilt.

Kortikosteroide zum Inhalieren hemmen die Entzündung in den Bronchien. Sie sind das wichtigste Mittel bei der Asthma-Therapie. Der Wirkstoff ähnelt dem körpereigenen Kortison. Langfristig bewirken sie ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringern die Schleimproduktion und hemmen die allergische Reaktion.

Kurzwirksame Betamimetika (“Bedarfsspray" oder “Notfallspray") erweitern beim Inhalieren schnell die Atemwege. Sie werden bei Bedarf, zum Beispiel bei Atemnot oder einem Hustenanfall eingesetzt. Man sollte sie immer griffbereit dabei haben.

Langwirksame Betamimetika wirken ebenfalls erweiternd auf die Bronchien. Sie wirken langsamer als ein Notfallspray, ihre Wirkung hält jedoch auch länger an. Sie können dauerhaft täglich inhaliert werden, werden jedoch nur in Kombination mit inhalativen Kortikosteroiden verschrieben.

Ein weiteres Mittel sind die sogenannten Leukotrienrezeptorantagonisten. Sie verhindern, dass Botenstoffe, die an der Entwicklung der Entzündungsreaktion mitbeteiligt sind, ihre Wirkung entfalten können. Leuktotrienrezeptorantagonisten sind nicht bei allen Patienten wirksam.

Methylxanthine erweitern die Bronchien, ihre Wirkung ist jedoch schwächer als bei den Betamimetika. Sie regen zusätzlich das Atemzentrum im Gehirn sowie die Atemmuskulatur an. Sie wirken auch entzündungshemmend.

Anticholinergika erweitern ebenfalls die Bronchien. Bei nichtkontrolliertem Asthma können sie neben inhalativen Kortikosteroiden und langwirksamen Betamimetika als zusätzliches Mittel verschrieben werden.

Übungen um Kontrolle über das Asthma zu erlangen

Die Symptome von Asthma lassen sich mit gezielten Übungen lindern. Auch bestimmte Körperhaltungen helfen, besser durchzuatmen und die Lungen zu weiten. (Quelle: German Allergy and Asthma Association)

Übung 1: Die Lippenbremse
Diese Übung ist besonders bei akuter Atemnot oder bei Belastung von Bedeutung und bildet die Grundlage aller Atemübungen. Dabei wird die Luft durch die Nase eingeatmet und durch den gespitzten, nur leicht geöffneten Mund langsam und kontrolliert (gegen die gespitzten Lippen) wieder ausgeatmet. Die Luft wird, wie oben beschrieben, in „sss“- oder „pff“- Lauten ausgeatmet. Durch diese Methode bleiben die Atemwege weit, die Lunge wird entleert und kann mit neuer, sauerstoffreichen Luft versorgt werden.

Übung 2: Der Kutschersitz
Für die Übung nimmt man einen Stuhl und setzt sich aufrecht auf den vorderen Teil der Sitzfläche. Dann lässt man sich langsam zusammensacken. Die Unterarme ruhen dabei auf den Oberschenkeln und die Hände hängen locker herunter. Der Rücken ist in der Position eines Katzenbuckels, also leicht gerundet und nicht verkrampft. Der Brustkorb wird vom Gewicht der Schultern entlastet. Außerdem können Muskeln, die normalerweise die Arme an den Körper heranführen, in diesen Haltungen helfen, den Brustkorb zu weiten. Dadurch wird es Ihnen möglich, freier durchzuatmen.

Übung 3: Variante des Kutschersitz
Als Variante kann man einen Tisch zur Hilfe nehmen, auf den man seinen Kopf ablegen kann. Die Hände liegen bei dieser Übung nicht auf den Oberschenkeln, sondern ebenfalls auf dem Tisch und stützen den Kopf. Mit Hilfe der Lippenbremse wird ein- und ausgeatmet.

Übung 4: Torwartstellung
Diese Übung wird im Stehen durchgeführt, wobei die Knie leicht gebeugt sind. Die Hände legt man etwa eine Handbreit oberhalb der Knie auf den Oberschenkeln ab und beginnt mit der Lippenbremse ein- und auszuatmen.

Inhalatoren und Inhalationsgeräte

Bei der Asthma-Therapie werden vorzugsweise Medikamente eingesetzt, die inhaliert werden können. Es ist ein schneller und wirksamer Weg, den Wirkstoff zu verabreichen. Eine vergleichsweise kleine Menge des Medikaments gelangt direkt an die Stelle, wo sie gebraucht wird. Es gibt verschiedene Inhalationssysteme. Das richtige Inhalationsgerät wird für jeden Patienten individuell gewählt. Für Kinder gibt es andere Systeme als für Erwachsene.

Es gibt unterschiedliche Systeme

Dosieraerosol: Dieses System besteht aus einem Kanister mit dem Wirkstoff und einem Mundstück. Der Kanister steht unter Druck. Beim Druck auf das Ventil wird der Wirkstoff in winzigen Tröpfchen freigesetzt. Dieses System erfordert gute Koordinierung – der Wirkstoff muss in dem Moment eingeatmet werden, wenn der Sprühstoß ausgelöst wurde. Deswegen eignet sich dieses System weniger gut für kleine Kinder.

Spacer: Wenn der Asthma-Betroffene Probleme mit dem synchronen Einatmen des Wirkstoffs aus einem Dosieraerosol hat, kann ein Spacer helfen. Der Spacer ist eine Art Mundstück, welches auf das Fläschchen mit dem Wirkstoff zum Inhalieren aufgesetzt wird. Diese Kammer füllt sich mit der ausgelösten Wirkstoffmischung, die man dann bequem einatmen kann. Es ist jedoch auch hier notwendig, dass sofort nach dem Sprühen eingeatmet wird.

Pulverinhalator: Bei diesen Systemen wird das Medikament durch das Einatmen freigesetzt. Das ist ein großer Vorteil, denn es erfordert kein gleichzeitiges Sprühen und Einatmen. Ein Nachteil der Pulverinhalatoren besteht darin, dass kräftig eingeatmet werden muss. Das kann unter Umständen schwierig sein, gerade bei einem Asthmaanfall oder bei Kindern.

Vernebler: Wie der Name schon sagt, wird bei einem Vernebler (Inhalationsgerät) ein feiner Nebel mit der Wirkstofflösung erzeugt. Dieses Aerosol entsteht durch Druck durch Düsen oder mechanische Schwingungen. Der Wirkstoff tritt langsamer aus dem Inhalationsgerät aus und kann somit einfacher eingeatmet werden. Beim Inhalieren braucht man auch nicht sehr kräftig einzuatmen. Diese Art von Inhalationsgerät ist deswegen besonders für Kinder und akute Atemnot geeignet.


Quellenangaben:

German Allergy and Asthma Association (2018). Breathing exercises. Retrieved from www.daab.de/atemwege/atemuebungen/

Helmholtz Zentrum München (2018). How is asthma treated? Retrieved from www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/asthma/therapien/index.html

German Society for Pulmonology and Respiratory Medicine. What is asthma? Retrieved from www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/asthma-bronchiale/was-ist-asthma/

Kardos, P. (2015). Asthma. Retrieved from www.apotheken-umschau.de/Asthma#Was-ist-Asthma-bronchiale

Schmoller, T., Riedel, F. & Rabe, K. F. (2014). What is asthma? Retrieved from www.asthma-schule.de/index.php?id=413

Schmoller, T., Riedel, F. & Rabe, K. F. (2014). The therapy. Retrieved from www.asthma-schule.de/index.php?id=412